Selbstständig: 12 Tipps für Einsteiger

Wer sich als Übersetzer selbstständig macht, sollte nicht erwarten, über Nacht mit Aufträgen überschüttet zu werden. Der Weg zum gefragten Dienstleister ist weit und mühsam. Hier 12 Tipps, die als Denkanstöße gedacht sind.

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3 Stunden Arbeit pro Tag?

(English version available) Immer wieder geistert die Frage herum, ob 3 Stunden Arbeit pro Tag ausreichend seien, um den Lebensunterhalt als selbstständiger Übersetzer zu bestreiten.

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Akquise von Direktkunden: Das lohnt sich!

Sie sind (fast) ausschließlich für Agenturen tätig und mit Ihrer Situation unzufrieden, aber Sie haben keine Zeit für Akquise? Hier einige Denkimpulse.

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Zusammenarbeit mit Kollegen

Gemeinsam sind wir stark, heißt es so oft. Auch in der translation industry und im Bereich Korrektorat, Lektorat usw. ist es durchaus sinnvoll, sich mit Kolleginnen und Kollegen zusammen zu schließen.

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Ihr Preis ist zu hoch? Preisargumentation

(English version available) Ein Kunde bittet Sie um ein Angebot, das Sie umgehend vorlegen. Die Antwort kommt prompt: „Das ist zu teuer!“. Hier einige Tipps für Ihre Preisargumentation.

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Kleinunternehmerregelung: eine Übersicht

Wer als Unternehmer in Deutschland im vorangegangenen Kalenderjahr einen Umsatz  zuzüglich Umsatzsteuer von bis zu 17.500,- Euro erzielt und dessen Umsatz im laufenden Jahr 50.000,- Euro zuzüglich Umsatzsteuer voraussichtlich nicht übersteigen wird, gilt als Kleinunternehmer. Achtung: Es handelt sich hier um den Umsatz und nicht um den Gewinn!  „Kleinunternehmerregelung: eine Übersicht“ weiterlesen

Selbstständig: immer selbst und ständig?

Wer sich beruflich selbstständig macht, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Das gilt für alle Berufe und natürlich auch für Übersetzer, Dolmetscher und andere „Spracharbeiter“.

Zwei sehr gegensätzliche Bilder des selbstständigen Übersetzers kursieren durch die Welt der sozialen Medien. Das des rund um die Uhr schuftenden Spracharbeiters, der sich weder Freizeit noch Urlaub und nur wenig Schlaf gönnt, der quasi ständig vor dem PC sitzt und ergo sehr blass ist, sein Dasein nur als Kettenraucher und Kaffeejunkie bewältigt. Das zweite Bild zeichnet den fröhlichen  Translator, der am Küchentisch, auf der Terrasse, am Strand oder auf dem Campingplatz mit dem Laptop auf dem Schoß an einem beliebigen Ort der Welt längstens zwei bis drei Stunden am Tag arbeitet und sich ansonsten ein schönes Leben macht.

Beide Bilder sind völlig falsch. Wer sich von Anfang an gut am Markt positioniert und einen soliden Kundenstamm erarbeitet,muss nicht „ständig“ arbeiten. Wer aber auf den berühmten grünen Zweig kommen und nicht nur von der Hand in den Mund leben will, sollte schon auch so viel Umsatz generieren, dass er nicht nur seinen aktuellen Lebensunterhalt bestreiten, sondern auch Rücklagen für Unvorhergesehenes, Krankheitszeiten, in denen nicht gearbeitet werden kann, und auch für das Alter bilden kann.

Was richtig ist: Als Selbstständiger sind Sie für sich verantwortlich. Da steht kein Chef hinter Ihnen, der Ihnen sagt, was Sie heute wie bis wann tun müssen. Sie sind Ihr eigener Chef und Sie müssen sich eine Strategie für Ihr Arbeiten zurechtlegen. Fragen Sie sich, was Sie erreichen wollen? Nur über die Runden kommen oder aber Ihren Mann / Ihre Frau im Beruf stehen, ein gutes Auskommen haben und sich nach ein paar Jahren hohen Engagements auch gewisse Freiheiten leisten können. Die Entscheidung darüber liegt einzig und allein bei Ihnen.

Wer jung ist, denkt nicht an die Rentenzeit. Das sollten Sie aber tun. Denken Sie auch daran, wieviel Miete Sie später zahlen müssen und wovon Sie dann leben wollen.

Was auch richtig ist: Als freiberuflicher Übersetzer oder Texter können Sie an Ihrem Wohnort oder an jedem x-beliebigen Ort der Welt Ihre Aufträge erledigen. Im Internet-Zeitalter ist das von großem Vorteil.

Wenn die Selbstständigkeit Ihr großer Traum ist, spüren Sie das Feuer in Ihnen, und die vielfältigen Aktivitäten, die neben dem eigentlichen Abwickeln von Aufträgen nötig sind, fallen Ihnen (relativ) leicht von der Hand. Üben Sie nicht zu viel Druck auf sich selbst aus, seien Sie nicht der strenge unnachgiebige Chef, den Sie vielleicht vorher in einer Festanstellung hatten. Denken Sie aber auch daran: Während Sie in einer Festanstellung auch in den Tratschpäuschen Ihr Geld verdienten, trifft das auf einen Selbstständigen nicht zu. Aber: Pausen müssen sein, denn Ihre Gesundheit ist das höchste Gut. Was nützen Ihnen eine hohe Fachkompetenz, ein guter Kundenstamm, wenn Sie krank sind? Nichts. Wie immer im Leben gilt es, den goldenen Mittelweg zu finden.

Was auch richtig ist: Selbstständig sein ist nicht einfach, aber wer hat gesagt, dass es einfach sein soll? Und was bedeutet schon „einfach“? Aufträge fliegen einem nicht wie gebratene Täubchen ins Mäulchen, man muss sich die Dinge – Kundenstamm usw. – hart erarbeiten.

Wir empfehlen allen, die gerade ihren Abschluss in der Tasche haben, zunächst 2-3 Jahre in der freien Wirtschaft zu arbeiten. Nehmen Sie auch Jobs an, die nicht genau Ihrem Abschluss entsprechen, aber nutzen Sie die Zeit, um zu lernen, wie ein Unternehmen tickt. Das ist für Ihre spätere Selbstständigkeit Gold wert. Beispiel: Es genügt nicht, wenn Sie einen Text über Just in Time übersetzen, zu googeln und sich die Begriffe aus dem Internet zusammen zu fischen. Viel wertvoller und nachhaltiger sind die Erkenntnisse, die Sie in einem Unternehmen erwerben, in denen Just in Time angewendet wird. Wie sind die Abläufe und Prozesse in einem Unternehmen: vom Einkauf bis zur Zahlungsabwicklung – welchen Zwängen unterliegen Unternehmen, welche Prioritäten haben sie? Das lernen Sie in keinem Ausbildungslehrgang für Übersetzer, an keiner Hochschule – es sei denn, Sie haben BWL studiert. Und selbst da gilt: Theorie und Praxis klaffen oft auseinander.